Smart-Home-Installation kalkulieren — Elektro-Leitfaden
Smart Home boomt. Doch wie kalkulieren Elektrobetriebe diese Projekte richtig? Von KNX bis Funk — Preise, Zeitaufwand und Margen.

Smart Home — der wachsende Markt für Elektrobetriebe
Die Nachfrage nach Smart-Home-Installationen wächst jährlich um 15–20% in der Schweiz. Für [Elektrobetriebe](/branchen/elektro) ist das eine Chance — wenn sie richtig kalkulieren.
Die drei Hauptsysteme
KNX (kabelgebunden)
- Vorteile: Robust, zukunftssicher, herstellerübergreifend
- Nachteile: Hoher Installationsaufwand, teure Komponenten
- Kosten: CHF 15'000–40'000 (Einfamilienhaus)
- Marge: 25–35%
Funk-Systeme (z.B. Homematic IP, Shelly)
- Vorteile: Nachrüstbar, geringer Installationsaufwand
- Nachteile: Funkstörungen möglich, begrenzte Reichweite
- Kosten: CHF 3'000–10'000 (Einfamilienhaus)
- Marge: 15–25%
Hybrid-Systeme
- Vorteile: Kombination aus Zuverlässigkeit und Flexibilität
- Nachteile: Komplexere Planung
- Kosten: CHF 8'000–25'000 (Einfamilienhaus)
- Marge: 20–30%
Kalkulation Schritt für Schritt
1. Bedarfsanalyse beim Kunden
Klären Sie mit dem Kunden:
- Beleuchtung: Welche Räume? Dimmen? Szenen?
- Storen/Jalousien: Automatik? Sonnensensor?
- Heizung: Einzelraumregelung? Zeitprogramme?
- Sicherheit: Kameras? Alarmsystem? Türschloss?
- Multimedia: Multiroom-Audio? Netzwerk?
2. Materialkosten berechnen
Typische Materialkosten pro Komponente:
- KNX-Aktor (4-fach): CHF 250–400
- KNX-Taster: CHF 150–300
- Funk-Schalter: CHF 40–80
- Funk-Dimmer: CHF 50–120
- Wetterstation: CHF 200–500
- Zentraleinheit: CHF 500–2'000
3. Arbeitszeit kalkulieren
- Planung/Programmierung: 8–20 Stunden (je nach Umfang, siehe [Stundenlohn-Kalkulation](/blog/stundenlohn-elektriker-schweiz-kalkulation))
- Installation pro Aktor: 30–60 Minuten
- Inbetriebnahme: 4–8 Stunden
- Kundenschulung: 1–2 Stunden
4. Service und Wartung einplanen
Smart-Home-Installationen generieren wiederkehrende Einnahmen:
- Jährliche Wartung: CHF 500–1'500
- Software-Updates: CHF 200–500
- Support-Vertrag: CHF 50–150/Monat
Häufige Fehler bei Smart-Home-Projekten
- Programmieraufwand unterschätzt — KNX-Programmierung ist zeitintensiv
- Keine Dokumentation — ohne saubere Dokumentation wird der Service zum Albtraum
- Kundenwünsche nicht fixiert — Änderungen nach Installation sind teuer
- Netzwerk vergessen — Smart Home braucht ein stabiles WLAN
Fazit
Smart Home ist ein lukratives Geschäftsfeld für Elektrobetriebe. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der sorgfältigen Kalkulation und einer professionellen Projektdokumentation. Nutzen Sie digitale Tools, um Offerten, Installation und Wartung effizient zu verwalten. Auch Ihre [Prüfprotokolle](/blog/elektriker-pruefprotokolle-digital-verwalten) lassen sich so digitalisieren.
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