Das Wichtigste in Kürze


  • Ein Bauzeitenplan zeigt, welcher Vorgang wann stattfindet und wovon er abhängt. Er ist die Grundlage, auf der jedes Gewerk seine Leute und sein Material plant.
  • Die Reihenfolge folgt dem Bauablauf vom Rohbau zum Ausbau: erst was trägt und verschlossen wird, dann was sichtbar bleibt. Trocknungszeiten und Lieferfristen sind eigene Vorgänge.
  • Die meisten Abhängigkeiten sind Ende → Anfang: Der Plattenleger beginnt, wenn die Abdichtung fertig ist. Die längste Kette ohne Puffer ist der kritische Pfad.
  • Feiertage sind kantonal verschieden (Art. 20a ArG), Bauferien und Wetter gehören in jeden Plan.
  • Unter SIA 118 sind die Fristen im Werkvertrag massgebend. Ein Bauprogramm ist nur bei ausdrücklicher Vereinbarung verbindlich, Verzögerungen sind unverzüglich und schriftlich anzuzeigen.
  • Für den Grob-Terminplan genügt oft Excel. Wer das Team auf die Baustellen verteilt, braucht zusätzlich eine Plantafel.

Ein Bauzeitenplan entscheidet selten darüber, ob gebaut wird, aber oft darüber, ob mit Gewinn gebaut wird. Steht der Plattenleger vor einer nassen Abdichtung, fährt er wieder heim. Kommen die Fenster zwei Wochen zu spät, wartet der Gipser. Jede dieser Lücken kostet Stunden, die in keiner Offerte stehen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie einen Terminplan für die Baustelle aufbauen, der solche Lücken sichtbar macht, bevor sie entstehen. Die passende Excel-Vorlage mit Gantt-Raster gibt es kostenlos: Bauzeitenplan-Vorlage.

Bauzeitenplan, Terminplan, Bauablaufplan: die Begriffe

Im Alltag werden die Begriffe vermischt. Für die Planung lohnt es sich, sie auseinanderzuhalten:

BegriffWas gemeint istTypischer Detaillierungsgrad
Rahmenterminplanwenige Eckdaten: Baubewilligung, Baubeginn, Rohbau fertig, BezugMonate, Meilensteine
Bauzeitenplan / Terminplan Baustellealle Vorgänge und Gewerke mit Start, Dauer und Abhängigkeit, meist als Balkenplan (Gantt)Wochen, teils Tage
Bauablaufplanbetont die Reihenfolge der Gewerke und wer worauf wartetwie Bauzeitenplan
Bauprogrammin der SIA 118 der Zeitplan des Unternehmers für seine ArbeitenWochen
Einsatzplan / Plantafelwer aus dem eigenen Team an welchem Tag auf welcher Baustelle istTage, Stunden


Der Bauzeitenplan beantwortet also die Frage «Wann ist welches Gewerk dran?», der Einsatzplan die Frage «Welcher Monteur fährt am Montag wohin?». Für den Wochenplan Ihrer Leute gibt es eine eigene Einsatzplan-Vorlage für Monteure.

Woraus ein guter Bauzeitenplan besteht

Egal ob auf Papier, in Excel oder in einem Gantt-Programm, ein brauchbarer Terminplan hat immer dieselben Bausteine:

  • Kopf: Projekt, Bauherrschaft, Bauleitung, Stand und Version. Ohne Stand weiss niemand, ob er den aktuellen Plan in der Hand hat.
  • Vorgangsliste: Jede Zeile ist ein Vorgang mit Nummer, Bezeichnung und ausführender Firma. Vorgänge sind konkret («Elektro Rohinstallation EG»), nicht abstrakt («Elektro»).
  • Dauer: in Arbeitstagen oder Arbeitswochen, abgeleitet aus der Offerte (Stunden durch Teamgrösse) oder aus Erfahrung.
  • Abhängigkeit: die Nummer des Vorgangs, der vorher fertig sein muss.
  • Zeitraster: Kalenderwochen als Spalten, darin der Vorgang als Balken.
  • Meilensteine: Zeitpunkte ohne Dauer, z. B. Baubeginn, Bestellung, Dach dicht, Abnahme.
  • Kalender: Feiertage, Betriebsferien, Bauferien. Sie verschieben die Enddaten.
  • Annahmen und Risiken: was der Plan voraussetzt (Bewilligung bis KW x, trockene Witterung, Lieferung bestätigt).

Bauzeitenplan erstellen in 7 Schritten

1. Vorgänge sammeln

Gehen Sie das Projekt Gewerk für Gewerk durch, am besten mit der Offerte oder dem Leistungsverzeichnis daneben. Grosse Pakete teilen Sie dort, wo ein anderes Gewerk dazwischen arbeiten muss: Sanitär kommt einmal für die Rohinstallation und später für die Fertigmontage. Das sind zwei Vorgänge.

2. Reihenfolge festlegen

Ordnen Sie die Vorgänge nach dem Bauablauf. Die Grundregel lautet: erst was trägt, dann was verschlossen wird, zuletzt was sichtbar bleibt. Die Tabelle im nächsten Abschnitt zeigt die typische Reihenfolge im Umbau.

3. Dauer schätzen

Rechnen Sie aus der Offerte zurück: 120 offerierte Stunden Gipserarbeit mit zwei Gipsern à 8 Stunden ergeben 7,5 Arbeitstage, also gut anderthalb Wochen. Für Fremdgewerke fragen Sie die Unternehmer, statt zu raten. Halten Sie fest, was eine Dauer voraussetzt, etwa «zwei Mann» oder «ohne Wartezeit».

4. Abhängigkeiten eintragen

Für jeden Vorgang notieren Sie, was vorher fertig sein muss. Mehr dazu unten im Abschnitt über Abhängigkeiten.

5. Kalender einrechnen

Tragen Sie die Feiertage des Kantons, in dem gebaut wird, und Ihre Betriebsferien ein. Fallen sie in einen Vorgang, verlängert er sich um diese Tage.

6. Kritischen Pfad und Puffer bestimmen

Suchen Sie die längste Kette von Vorgängen, die direkt aneinanderhängen. Jede Verzögerung auf dieser Kette verschiebt das Bauende. Alle anderen Vorgänge haben Spielraum, also Puffer.

7. Abstimmen, verteilen, nachführen

Der Plan wird erst verbindlich, wenn die Unternehmer ihn kennen und ihre Termine bestätigt haben. Besprechen Sie ihn an der Startsitzung, verteilen Sie ihn mit Stand und Version und führen Sie ihn nach jeder Baustellensitzung nach.

Reihenfolge der Gewerke: vom Rohbau zum Ausbau

Die genaue Reihenfolge hängt vom Projekt ab. Für einen Umbau mit Bad und Küche ist diese Abfolge typisch:

PhaseVorgangWartet aufWorauf achten
VorbereitungBaustelleneinrichtung, Schutz, MuldeBaubeginnZufahrt, Lagerplatz, Schutz bewohnter Räume
RückbauDemontage, AbbruchEinrichtungSchadstoffabklärung vor dem Abbruch bei älteren Gebäuden
RohbauBaumeister: Durchbrüche, Mauerwerk, StürzeRückbauStatik, Bewilligung für tragende Wände
GebäudehülleFenster, Aussentüren, DachRohbauLieferfrist, Gebäude dicht vor Innenausbau
RohinstallationElektro, Sanitär, Heizung, LüftungRohbauparallel möglich, Absprache bei Schlitzen und Leitungsführung
Wände schliessenGipser, TrockenbauRohinstallation, FensterDruckprüfung und Fotos der Leitungen vor dem Schliessen
BödenUnterlagsboden, danach TrocknungGipserTrocknungszeit nach Hersteller, Belegreife messen
NasszoneAbdichtung, PlattenlegerUnterlagsboden trockenAbdichtung durchgehend, Gefälle
OberflächenMaler, Bodenleger, ParkettPlattenleger, TrocknungStaubarme Arbeiten zuletzt
EinbautenSchreiner, KücheBöden, MalerMasse am Bau nehmen, Lieferfrist
FertigmontageElektro, Sanitär, HeizungEinbauten, PlattenInbetriebnahme, Prüfprotokolle
AbschlussReinigung, Mängelliste, AbnahmeallesAbnahmeprotokoll, offene Mängel mit Frist


Zwei Dinge fallen auf: Die Rohinstallationen laufen parallel, und zwischen Unterlagsboden und Plattenleger liegt eine Wartezeit, in der niemand arbeitet. Genau diese Wartezeiten werden in Terminplänen am häufigsten vergessen. Eine fertige Vorgangsliste in dieser Reihenfolge enthält die Bauzeitenplan-Vorlage.

Abhängigkeiten verstehen

Eine Abhängigkeit sagt, wann ein Vorgang frühestens beginnen oder enden darf. Gantt-Programme kennen vier Arten, auf der Baustelle sind zwei wichtig:

ArtBedeutungBeispiel
Ende → Anfang (Normalfolge)B beginnt, wenn A fertig istPlattenleger nach Abdichtung
Anfang → AnfangB beginnt, wenn A begonnen hat, oft mit VersatzMaler startet zwei Tage nach dem Gipser im ersten Geschoss
Ende → EndeB endet, wenn A endetBauendreinigung endet mit der letzten Fertigmontage
Anfang → EndeB endet, wenn A beginntauf der Baustelle selten


Dazu kommen Wartezeiten (auch Vorlauf oder Versatz): Trocknen, Aushärten, Belegreife. Sie stehen im Plan als eigener Vorgang ohne Personal oder als Abstand zwischen zwei Vorgängen.

Kritischer Pfad: Der kritische Pfad ist die längste Kette aus Vorgängen und Wartezeiten vom Baubeginn bis zum Bauende. Auf ihm hat kein Vorgang Puffer. Wer den kritischen Pfad kennt, weiss, wo eine Verspätung das ganze Projekt verschiebt und wo nicht.

Puffer richtig einplanen

Puffer ist die Zeit, um die sich ein Vorgang verschieben darf, ohne dass ein anderer Termin leidet. Man unterscheidet:

  • Freier Puffer: Spielraum, bis der direkte Nachfolger betroffen ist.
  • Gesamtpuffer: Spielraum, bis das Bauende betroffen ist.
  • Projektpuffer: bewusst eingeplante Reserve vor einem wichtigen Termin, etwa vor dem Bezug oder vor den Bauferien.

Es gibt keinen festen Prozentsatz für Puffer. Sinnvoll ist er dort, wo das Risiko liegt: bei Gewerken mit Lieferfrist, bei Arbeiten im Freien und vor Meilensteinen, die sich nicht verschieben lassen. Puffer verstecken Sie nicht in jeder einzelnen Dauer, sonst wird er unbemerkt aufgebraucht. Planen Sie ihn sichtbar als eigene Zeile vor dem Meilenstein.

Feiertage, Bauferien und Kantone

Gesetzlich gilt in der ganzen Schweiz nur der 1. August als Bundesfeiertag. Weitere Feiertage können die Kantone den Sonntagen gleichstellen, höchstens acht pro Jahr (Art. 20a ArG). Dazu kommen regionale und ortsübliche Tage. Eine Baustelle im Kanton Luzern hat also andere freie Tage als eine im Kanton Zürich, auch wenn Ihr Betrieb in Zürich sitzt.

Für den Terminplan heisst das:

  • Feiertage des Baustellen-Kantons eintragen. Der Feiertagsrechner zeigt sie je Kanton und Jahr, die Kantonsseiten zusätzlich Lohnzone und Ämter.
  • Auffahrt und Pfingsten fallen mitten in die Bausaison und bringen oft Brückentage.
  • Bauferien und Betriebsferien im Sommer und über den Jahreswechsel blockieren ganze Wochen. Fragen Sie die Ferien aller beteiligten Unternehmer früh ab.
  • Welche Feiertage Ihre Mitarbeitenden bezahlt bekommen, regelt der GAV. Mehr dazu im Bereich Ferien und Feiertage.

Wetter und Jahreszeit

Arbeiten im Freien, also Aushub, Beton, Dach, Fassade und Umgebung, hängen vom Wetter ab. Ein Terminplan sollte das berücksichtigen:

  • Witterungsabhängige Vorgänge markieren und, wo möglich, nicht direkt vor einen festen Meilenstein legen.
  • Temperaturgrenzen der Hersteller beachten: Viele Abdichtungen, Putze, Kleber und Anstriche dürfen nur in einem bestimmten Temperaturbereich verarbeitet werden. Die Werte stehen im technischen Merkblatt des Produkts.
  • Ausfalltage dokumentieren. Regen, Kälte oder Hitze im Bautagebuch festhalten, mit Datum und Wirkung auf die Arbeiten. Eine kostenlose Bautagebuch-Vorlage hat dafür eigene Felder.
  • Lohnseite klären. Fällt Arbeit wetterbedingt aus, kann in wetterabhängigen Erwerbszweigen die Schlechtwetterentschädigung greifen (Art. 42 ff. AVIG). Details im Artikel Hitze, Kälte, Regen auf der Baustelle.

Ob eine ungewöhnliche Witterung Anspruch auf mehr Zeit gibt, entscheidet der Werkvertrag. Wichtig ist in jedem Fall, die Verzögerung sofort anzuzeigen, siehe unten.

Lieferfristen und Vorlaufzeiten für Material

Viele Verzögerungen entstehen nicht auf der Baustelle, sondern bei der Bestellung. Bauteile mit langer Vorlaufzeit gehören als Meilenstein «Bestellung» in den Plan, rückwärts gerechnet vom Einbautermin:

BauteilWarum die Vorlaufzeit lang istWann bestellen
Fenster, AussentürenMasse am Bau, Produktion auf Masssobald die Öffnungen feststehen, oft vor Baubeginn
KüchePlanung, Bemusterung, Produktionnach Bemusterung, Masse nach dem Gipser kontrollieren
Spezielle Platten, NatursteineImport, Chargenmit der Bemusterung, Reserve mitbestellen
Sanitärapparate, ArmaturenModellwahl der Bauherrschaftspätestens mit der Rohinstallation
Wärmepumpe, HeizungBewilligung, Lieferkettemit der Auftragsvergabe
Elektroverteilung, SpezialleuchtenKonfigurationmit der Rohinstallation


Die konkreten Lieferfristen lassen Sie sich vom Lieferanten schriftlich bestätigen. Steht eine Bemusterung durch die Bauherrschaft aus, gehört auch sie als Meilenstein mit Frist in den Plan. In der Bauzeitenplan-Vorlage rechnet eine eigene Tabelle aus Bestelldatum und Lieferfrist den Liefertermin und warnt, wenn er nach dem Start des Vorgangs liegt.

Termine und Verzug nach SIA 118 und OR

Ist die SIA-Norm 118 im Werkvertrag übernommen, gelten ihre Regeln zu Fristen. Die wichtigsten, sinngemäss:

  • Fristen werden im Werkvertrag festgelegt (Art. 92).
  • Ein Bauprogramm mit Angaben zum zeitlichen Fortschritt ist nur verbindlich, wenn das ausdrücklich vereinbart ist (Art. 93 Abs. 2). Ihr Bauzeitenplan ist also nicht automatisch eine Vertragsfrist, kann aber zu einer werden.
  • Nach einer Verzögerung durch den Bauherrn ist eine neue Frist zu vereinbaren (Art. 94 Abs. 2), der Unternehmer kann eine angemessene Fristerstreckung verlangen.
  • Verzögert sich die Ausführung ohne Verschulden des Unternehmers, hat er Anspruch auf Fristerstreckung, wenn er die Verzögerung und ihre Ursache der Bauleitung unverzüglich und schriftlich angezeigt hat (Art. 96).
  • Besteht Anspruch auf Fristerstreckung, entfällt eine allfällig vereinbarte Konventionalstrafe (Art. 98 Abs. 2).

Ohne SIA 118 gilt das Obligationenrecht. Beginnt der Unternehmer nicht rechtzeitig oder ist er ohne Schuld des Bestellers so im Rückstand, dass die rechtzeitige Vollendung nicht mehr vorauszusehen ist, kann der Besteller vom Vertrag zurücktreten, ohne den Liefertermin abzuwarten (Art. 366 Abs. 1 OR). Bei einem vereinbarten Verfalltag kommt der Schuldner mit dessen Ablauf in Verzug, sonst erst mit der Mahnung (Art. 102 OR).

Praktisch bedeutet das: Jede Behinderung sofort schriftlich melden und im Bautagebuch festhalten, auch wenn man sich auf der Baustelle gut versteht. Wer Zusatzarbeiten nach Aufwand ausführt, dokumentiert sie im Regierapport. Wie das nach SIA 118 sauber geht, steht im Ratgeber Regierapporte nach SIA 118. Den Unterschied zwischen SIA 118 und OR erklärt der Wissensartikel SIA 118 oder OR-Werkvertrag, die Abnahme der Artikel Abnahme und Ablieferung.

Beispiel: Bauzeitenplan für einen EFH-Umbau

Ein Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren bekommt ein neues Bad, eine neue Küche, neue Fenster und neue Böden im Erdgeschoss. Die Dauern sind Beispielwerte, in der Praxis kommen sie aus den Offerten und von den Unternehmern.

Nr.VorgangVorgängerDauerWochen
1Einrichtung, Rückbau–1 Wo.1
2Baumeister: Durchbrüche, Stürze11 Wo.2
3Fenster21 Wo.3
4Elektro Rohinstallation21,5 Wo.3–4
5Sanitär / Heizung Rohinstallation22 Wo.3–4
6Gipser3, 4, 52 Wo.5–6
7Unterlagsboden61 Wo.7
8Trocknung (Wartezeit)73 Wo.8–10
9Maler61,5 Wo.7–8
10Parkett8, 91 Wo.11
11Plattenleger Bad81,5 Wo.11–12
12Küchenmontage101 Wo.12
13Fertigmontage Elektro, Sanitär11, 121 Wo.13
14Reinigung, Abnahme13MeilensteinEnde Woche 13


Kritischer Pfad: Einrichtung → Baumeister → Sanitär-Rohinstallation → Gipser → Unterlagsboden → Trocknung → Parkett → Küche → Fertigmontage. Das sind 1 + 1 + 2 + 2 + 1 + 3 + 1 + 1 + 1 = 13 Wochen. Jede Verzögerung auf dieser Kette verschiebt die Abnahme.

Puffer der übrigen Vorgänge:

VorgangZeitfensterDauerPuffer
FensterWoche 3–4 (bis Gipser)1 Wo.1 Wo.
Elektro RohinstallationWoche 3–41,5 Wo.0,5 Wo.
MalerWoche 7–10 (während der Trocknung)1,5 Wo.2,5 Wo.
Plattenleger BadWoche 11–12 (bis Fertigmontage)1,5 Wo.0,5 Wo.


Was der Plan zeigt: Der Maler kann seine Arbeit in die Trocknungszeit legen und hat viel Spielraum. Das ist die beste Stelle, um ihn kurzfristig auf eine andere Baustelle zu ziehen. Die Fenster haben eine Woche Puffer, aber nur, wenn sie rechtzeitig bestellt sind. Bei mehreren Wochen Lieferfrist liegt die Bestellung vor Baubeginn. Fällt Auffahrt in Woche 8, verlängert sich nur die Trocknung, die ohnehin ohne Personal läuft. Fällt sie in Woche 5, verschiebt sich der Gipser und mit ihm das Bauende um einen Tag.

Ein kleineres Beispiel, eine Badsanierung in vier Wochen, steht auf der Seite der Bauzeitenplan-Vorlage. Wie Sie ein Bad planen und offerieren, zeigt der Ratgeber Badezimmer-Renovation planen, für Arbeiten mit Gerüst der Ratgeber Fassadenrenovation planen und kalkulieren.

Tools im Vergleich: Excel, MS Project, Branchensoftware

Excel / TabellenvorlageGantt-Programm (z. B. MS Project)Handwerkersoftware mit Plantafel
Stärkeschnell, überall vorhanden, druckt sauberAbhängigkeiten, kritischer Pfad, Ressourcen, VariantenLeute, Baustellen, Zeiten und Rapporte im selben System
Abhängigkeiteneinfach (ein Vorgänger, Prüfformel)vollständig, rechnet automatischje nach Software, oft nur Meilensteine
Wer arbeitet wannnur mit separatem Einsatzplanmöglich, aber aufwendigKernfunktion (Plantafel, Einsatzplanung)
ZusammenarbeitVersionen per E-Mailmeist Lizenz je Planeralle sehen den aktuellen Stand, Monteure in der App
Lernaufwandgeringhochgering bis mittel
Geeignet fürKleinprojekte, Grob-Terminplan, Bauherrengesprächgrosse Projekte mit vielen Gewerken, GU/TUBetriebe, die ihre eigenen Teams auf mehrere Baustellen verteilen


Für die meisten Handwerksbetriebe ist die Antwort eine Kombination: Der Grob-Terminplan des Projekts kommt von der Bauleitung oder entsteht in einer Vorlage, die tägliche Verteilung der eigenen Leute läuft in einer Plantafel. Eine Übersicht über Projektmanagement-Lösungen für Handwerksbetriebe finden Sie im Ratgeber Projektmanagement im Handwerk.

Was Baunex dabei übernimmt und was nicht

Für den Grob-Terminplan mit Abhängigkeiten nutzen Sie die Vorlage oder ein Gantt-Tool; die Feinplanung, wer wann auf welcher Baustelle ist, macht Baunex in Plantafel und Einsatzplanung.

Konkret heisst das:

  • In der Plantafel ziehen Sie Mitarbeitende per Drag-and-Drop auf Tage und Baustellen, sehen Doppelbelegungen, Abwesenheiten und Überbuchungen und planen in der Grobplanung Projekte über Wochen in Personentagen.
  • In der Einsatzplanung verteilen Sie die Woche, die Monteure sehen ihren Einsatz in der App für iOS und Android und werden bei Änderungen benachrichtigt.
  • Im Projektmanagement halten Sie Meilensteine wie Bewilligung, Materiallieferung oder Abnahme mit Soll-Datum, Verantwortlichen und Erinnerung fest und sehen sie als Zeitachse.
  • Was Baunex nicht macht: Abhängigkeiten zwischen Vorgängen verknüpfen und einen kritischen Pfad berechnen. Dafür bleibt der Bauzeitenplan das richtige Werkzeug.

Baunex können Sie 7 Tage kostenlos testen. Grundlagen zur Verteilung der Leute stehen im Guide Einsatzplanung im Handwerk.

Checkliste: Bauzeitenplan vor dem Verteilen

  • [ ] Alle Gewerke erfasst, auch Fremdgewerke und Leistungen der Bauherrschaft (Bemusterung, Entscheide).
  • [ ] Rohinstallation und Fertigmontage getrennt geplant.
  • [ ] Trocknungs- und Wartezeiten als eigene Zeilen.
  • [ ] Abhängigkeiten für jeden Vorgang eingetragen, kein Vorgang hängt in der Luft.
  • [ ] Kritischer Pfad bekannt und markiert.
  • [ ] Puffer sichtbar vor festen Meilensteinen (Bezug, Bauferien).
  • [ ] Feiertage des Baustellen-Kantons und Betriebsferien aller Unternehmer eingetragen.
  • [ ] Bestellungen mit Lieferfrist als Meilensteine, Lieferungen schriftlich bestätigt.
  • [ ] Witterungsabhängige Vorgänge markiert.
  • [ ] Termine mit den Unternehmern abgestimmt und bestätigt.
  • [ ] Stand und Version im Kopf, Verteiler festgelegt.
  • [ ] Vertrag geprüft: Ist der Plan Vertragsbestandteil, gilt SIA 118, gibt es eine Konventionalstrafe?

Quellen

Stand: 30. Oktober 2026, alle Quellen am 30.10.2026 geprüft. Die SIA 118 wird nur sinngemäss wiedergegeben.

  • SIA-Norm 118, Allgemeine Bedingungen für Bauarbeiten (2013), Art. 92–98: kostenpflichtig beim SIA, hier nur über die folgenden Quellen wiedergegeben.
  • suissetec, COVID-19-Infoblatt Werkvertragliche Fragen (18.05.2020), zu Art. 94–98 SIA 118: suissetec.ch
  • law.ch, Ausführungsverzögerung (Art. 366 Abs. 1 OR), mit Art. 93 und 94 SIA 118, Bürgi Nägeli Rechtsanwälte: law.ch
  • Obligationenrecht, Art. 102 und 366: fedlex.admin.ch
  • Arbeitsgesetz, Art. 20a (Feiertage): fedlex.admin.ch
  • Arbeitslosenversicherungsgesetz, Art. 42 ff. (Schlechtwetterentschädigung): fedlex.admin.ch

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2026. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Massgebend sind Ihr Werkvertrag und der Wortlaut der SIA 118.