Guide Baunex
Lexique
Les termes techniques du chantier – définis brièvement, avec base légale et renvois vers les articles détaillés.
A
- AbendarbeitAbendarbeit ist die Arbeit zwischen 20 und 23 Uhr; sie ist ohne Bewilligung zulässig, wenn die Arbeitnehmervertretung oder die betroffenen Mitarbeitenden angehört wurden, und löst keinen gesetzlichen Zuschlag aus.Temps de travail
- Abnahme (des Werks)Die Abnahme ist die Entgegennahme des vollendeten Werks durch den Bauherrn; mit ihr beginnen Rüge- und Verjährungsfristen, die Gefahr geht über und der Werklohn wird fällig – unter SIA 118 erfolgt sie durch gemeinsame Prüfung mit Protokoll.Contrat & droit
- AbnahmekontrolleDie Abnahmekontrolle ist die unabhängige Prüfung neuer oder geänderter Installationen innert 6 Monaten nach der Übernahme – Pflicht bei Kontrollperioden unter 20 Jahren und bei allen netzgekoppelten Energieerzeugungsanlagen (Art. 35 Abs. 3 NIV); wer die Anlage erstellt hat, darf sie nicht selbst abnehmen (Art. 31).Chantier
- Allocations familialesAllocations mensuelles par enfant – au minimum CHF 215 (allocation pour enfant) et CHF 268 (allocation de formation) ; les montants dépendent du canton de la caisse de compensation de l’employeur.Salaire
- Annahmeverzug des ArbeitgebersKann der Arbeitgeber die angebotene Arbeit nicht entgegennehmen (kein Auftrag, Wetter, fehlendes Material), bleibt er den Lohn schuldig – die Mitarbeitenden müssen die Zeit nicht nachholen, sofern GAV oder Vertrag keine Zeitkonto-Regel vorsehen.Temps de travail
- Apparateanzeige / Apparatebestellung (AB)Mit der Apparatebestellung werden Mess- und Steuerapparate (Zähler, Rundsteuerempfänger) beim Netzbetreiber bestellt – mit mindestens 10 Arbeitstagen Vorlauf ab vorbehaltlos bewilligter Installationsanzeige (WV-CH 2025, Ziff. 2.4); umgangssprachlich auch für die Meldung anschlusspflichtiger Geräte verwendet.Chantier
- ArbeitsinspektoratDas kantonale Arbeitsinspektorat (je nach Kanton AWA, KIGA oder Amt für Arbeit) vollzieht das Arbeitsgesetz: Es kontrolliert Arbeits- und Ruhezeiten, Zeiterfassung, Gesundheitsschutz und erteilt Bewilligungen für vorübergehende Nacht- und Sonntagsarbeit.Temps de travail
- ArbeitszeitkalenderDer Arbeitszeitkalender ist die vom Betrieb jährlich im Voraus erstellte Verteilung der Jahresarbeitszeit auf die einzelnen Wochen und Tage; er ist die Sollbasis für Zeitkonto, Ferien- und Feiertagsgutschriften.Temps de travail
- Ausmass (Aufmass)Das Ausmass ist die Ermittlung der tatsächlich ausgeführten Mengen als Grundlage der Abrechnung bei Einheitspreisverträgen; es wird nach den Ausmassregeln der einschlägigen Normen (SIA/NPK) erstellt und idealerweise gemeinsam mit der Bauleitung festgehalten.Devis & calcul
- Avis des défautsL’avis des défauts signale un défaut à l’entrepreneur ; selon le CO immédiatement après découverte, selon la SIA 118 en tout temps durant le délai de deux ans.Contrat & droit
B
- Bandbreite (Wochenarbeitszeit)Die Bandbreite ist der im GAV festgelegte Spielraum, innerhalb dessen die wöchentliche Sollarbeitszeit im Arbeitszeitkalender variieren darf (LMV: rund 37,5 bis 45 Stunden); die gesetzliche Höchstarbeitszeit von 50 Stunden darf dabei nie geplant werden.Temps de travail
- Bauarbeitenverordnung (BauAV)Die BauAV konkretisiert den Arbeitnehmerschutz auf Baustellen: Absturzsicherung (Pflicht ab 2 m), Gerüste, Gräben, Verkehrswege, Schutz vor herabfallenden Gegenständen und Anforderungen an die Arbeitsorganisation; sie gilt für alle Bauarbeiten unabhängig von der Betriebsgrösse.Chantier
- Bauherr (Besteller)Der Bauherr ist der Auftraggeber des Werkvertrags: Er schuldet die Vergütung, hat bei der Abnahme mitzuwirken und trägt die Verantwortung für Baugrund und beigestellte Pläne; seine Weisungen entlasten den Unternehmer nur nach ordnungsgemässer Abmahnung.Contrat & droit
- Baustellendokumentation (Fotodokumentation)Die systematische Foto- und Textdokumentation des Bauzustands – vor Arbeitsbeginn, bei verdeckten Arbeiten und bei der Abnahme – sichert Beweise für Bestand, Mängelfreiheit und Nachträge; Fotos brauchen Datum, Ort und Zuordnung zur Position.Chantier
- BaustellenzulageDie Baustellenzulage ist eine 2026 neu eingeführte LMV-Pauschale pro geleisteten Arbeitstag ab 5,5 Stunden: CHF 4 (2026), CHF 6.50 (2027), CHF 9 (ab 2028). Anders als Spesen ist sie AHV-pflichtiger Lohnbestandteil (Art. 55 Abs. 4 LMV).Salaire
- BautagebuchDas Bautagebuch hält den täglichen Baustellenverlauf fest – Wetter, Anwesenheit, ausgeführte Arbeiten, Lieferungen, Anordnungen und besondere Vorkommnisse; als zeitnahe Aufzeichnung hat es hohen Beweiswert bei Bauablauf- und Verzugsstreitigkeiten.Chantier
- BetreibungDie Betreibung ist das staatliche Zwangsvollstreckungsverfahren nach SchKG: Mit dem Betreibungsbegehren stellt das Betreibungsamt dem Schuldner einen Zahlungsbefehl zu; erhebt dieser Rechtsvorschlag, muss der Gläubiger die Forderung gerichtlich durchsetzen (Rechtsöffnung).Facture & paiement
- BetriebsferienBetriebsferien sind vom Arbeitgeber für den ganzen Betrieb festgelegte Ferienzeiten (z. B. zwischen Weihnachten und Neujahr oder im Sommer); sie sind zulässig, wenn sie rechtzeitig angekündigt werden und die Interessen der Mitarbeitenden berücksichtigen, und werden dem Ferienanspruch angerechnet.Vacances & fériés
- BKP (Baukostenplan)Der BKP gliedert Baukosten in standardisierte Hauptgruppen (z. B. BKP 2 Gebäude, BKP 21 Rohbau 1, BKP 23 Elektroanlagen); Architekten und Bauherren nutzen ihn für Budgets und Kostenvergleiche, der Nachfolger eBKP-H gliedert nach Bauteilen.Devis & calcul
- Bruttolohn / NettolohnDer Bruttolohn ist der vereinbarte Lohn vor Abzügen; der Nettolohn ist der Auszahlungsbetrag nach den Arbeitnehmerabzügen (AHV/IV/EO 5,3 %, ALV 1,1 %, NBU, BVG, KTG-Anteil, ggf. Quellensteuer und Parifonds).Salaire
C
- CN (Convention nationale du secteur principal de la construction)La Convention nationale est la CCT étendue du secteur principal de la construction entre la SSE et les syndicats Unia et Syna ; elle règle le temps de travail (2112 heures par an), les salaires par zones et classes, les vacances, jours fériés, suppléments et frais.CCT
- Contrat d’entreprisePar le contrat d’entreprise, l’entrepreneur s’oblige à réaliser un ouvrage et le maître à payer le prix (art. 363 CO) ; c’est un résultat qui est dû – l’ouvrage sans défaut.Contrat & droit
- Convention collective de travail (CCT)Une convention collective de travail est un contrat entre associations patronales et syndicats fixant les conditions minimales d’une branche – salaires, temps de travail, vacances, suppléments, délais de congé ; étendue, elle s’applique à toutes les entreprises de la branche.CCT
E
- EinheitspreisDer Einheitspreis ist der feste Preis pro Mengeneinheit einer Leistung (m², Laufmeter, Stück); abgerechnet wird das effektiv gemessene Ausmass. Das Mengenrisiko liegt damit beim Besteller, das Preis- und Effizienzrisiko beim Unternehmer.Devis & calcul
- ErsatzruheErsatzruhe ist die Freizeit, die für Sonntags- oder Feiertagsarbeit zusätzlich zum Lohnzuschlag gewährt werden muss: bis 5 Stunden Sonntagsarbeit durch Freizeit gleicher Dauer, bei längerer Arbeit durch einen Ersatzruhetag von 35 Stunden in der vorhergehenden oder folgenden Woche.Temps de travail
- ESTI (Eidgenössisches Starkstrominspektorat)Das ESTI ist die Aufsichts- und Kontrollbehörde für elektrische Anlagen: Es erteilt Installations- und Kontrollbewilligungen, genehmigt Starkstromanlagen, überwacht das Kontrollwesen, führt die öffentlichen Bewilligungsverzeichnisse und nimmt Unfall- und Schadenmeldungen entgegen (24h-Notruf +41 58 654 39 54).Chantier
- Extension du champ d’application (déclaration de force obligatoire)Par l’extension, le Conseil fédéral (ou un canton) rend une CCT applicable à tous les employeurs et travailleurs de la branche – y compris les entreprises non affiliées.CCT
F
- Facture d’acompteLa facture d’acompte est un paiement partiel sur travaux en cours avant le décompte final ; elle est imputée sur la facture finale.Facture & paiement
- FerienkürzungDie Ferienkürzung erlaubt dem Arbeitgeber, den Ferienanspruch bei längeren Absenzen zu reduzieren: bei unverschuldeter Verhinderung (Krankheit, Unfall) um 1/12 pro vollen Absenzmonat ab dem zweiten Monat, bei selbstverschuldeter Absenz ab dem ersten (Art. 329b OR); Schwangerschaft geniesst eine Schonfrist von zwei Monaten.Vacances & fériés
- Ferienzuschlag (Ferienentschädigung im Stundenlohn)Der Ferienzuschlag ist der prozentuale Aufschlag auf den Stundenlohn, mit dem der Ferienlohn bei sehr unregelmässiger Beschäftigung abgegolten wird: 8,33 % bei vier, 10,64 % bei fünf und 13,04 % bei sechs Wochen Ferien; er muss im Vertrag und auf jeder Lohnabrechnung separat ausgewiesen sein.Vacances & fériés
- Freier HalbtagWird die wöchentliche Arbeitszeit auf mehr als fünf Tage verteilt (z. B. Samstagsarbeit), haben Mitarbeitende Anspruch auf einen freien Halbtag pro Woche – ausser in Wochen mit einem arbeitsfreien Werktag.Temps de travail
G
- Garantie / Gewährleistung (Bau)Die Mängelrechte des Bauherrn – Nachbesserung, Minderung oder Wandelung (Art. 368 OR) – verjähren bei unbeweglichen Werken fünf Jahre nach Abnahme (Art. 371 OR); unter SIA 118 gilt zusätzlich die zweijährige Rügefrist mit vorrangigem Nachbesserungsrecht des Unternehmers.Contrat & droit
- GemeinkostenGemeinkosten sind Betriebskosten, die keinem einzelnen Auftrag direkt zurechenbar sind – Fahrzeuge, Werkstatt, Lager, Administration, Versicherungen, Führung, unbezahlte Offertarbeit. In der Kalkulation werden sie als Zuschlag (im Bau meist 50–70 %) auf die Kostenstunde verteilt.Devis & calcul
- Generalunternehmer / TotalunternehmerDer Generalunternehmer (GU) übernimmt die gesamte Bauausführung nach fertiger Planung, der Totalunternehmer (TU) zusätzlich die Planung; Handwerksbetriebe sind dann Subunternehmer des GU/TU und stellen ihre Rechnungen an diesen – nicht an den Bauherrn.Contrat & droit
- GleitzeitGleitzeit ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem Mitarbeitende Beginn und Ende der Arbeit innerhalb eines Rahmens selbst bestimmen und Mehr- oder Minderstunden auf einem Gleitzeitsaldo führen; für Baustellenpersonal mit Einsatzplan ist es kaum praktikabel.Temps de travail
H
- Heures supplémentairesLes heures supplémentaires sont les heures effectuées au-delà de la durée contractuelle ou conventionnelle du travail ; elles sont compensées par un congé de même durée ou payées avec un supplément de 25 %, sauf accord écrit contraire.Temps de travail
- HöchstarbeitszeitDie wöchentliche Höchstarbeitszeit beträgt 45 Stunden für Industriebetriebe, Büropersonal, technische Angestellte und Verkaufspersonal in Grossbetrieben und 50 Stunden für alle übrigen Arbeitnehmenden – also auch für Bau- und Handwerksbetriebe.Temps de travail
- Hypothèque légale des artisans et entrepreneursL’hypothèque légale garantit la créance de l’artisan par un gage sur l’immeuble ; elle doit être inscrite au registre foncier dans les quatre mois dès l’achèvement des travaux.Facture & paiement
I
- Impôt à la sourceL’impôt à la source est prélevé directement sur le salaire des travailleurs étrangers sans permis C et décompté par l’employeur – selon le barème du canton de domicile de la personne.Salaire
- Indemnité en cas d’intempériesL’indemnité en cas d’intempéries remplace 80 % de la perte de gain dans les branches dépendantes de la météo (secteur principal de la construction) lorsque le travail doit être interrompu à cause du temps.Vacances & fériés
- Installationsanzeige (IA)Die Installationsanzeige ist die Meldung meldepflichtiger Elektroarbeiten an den Netzbetreiber vor der Ausführung (Art. 23/25 NIV; Fälle abschliessend in ESTI-Weisung 221). Die genehmigte IA ist die Freigabe für den Baubeginn und verfällt ohne Baubeginn nach 6 Monaten.Chantier
- Intérêt moratoireL’intérêt moratoire est de 5 % par an (art. 104 CO), dû dès la demeure – après sommation ou dès l’échéance convenue.Facture & paiement
K
- KarenztagEin Karenztag ist ein unbezahlter Wartetag zu Beginn einer Krankheitsabsenz, bevor Lohnfortzahlung oder Krankentaggeld einsetzt; zulässig nur mit Grundlage im GAV bzw. in einer gleichwertigen Versicherungslösung (Art. 324a Abs. 4 OR) – im Elektro-GAV 1 Tag, im Maler/Gipser-GAV 1–2, in der CCT-SOR 2 Tage.Vacances & fériés
- Kompensation (Zeitausgleich)Kompensation ist der Ausgleich von Überstunden oder Überzeit durch Freizeit von gleicher Dauer statt durch Auszahlung – bei Überstunden mit Einverständnis der Mitarbeitenden, bei Überzeit innert 14 Wochen.Temps de travail
- KontrollbewilligungDie Kontrollbewilligung des ESTI berechtigt unabhängige Kontrollorgane zu Abnahme-, periodischen und Stichprobenkontrollen (Art. 26–27 NIV); Voraussetzung sind Fachkundigkeit oder die bestandenen sicherheitsrelevanten Prüfungsteile der Berufsprüfung «Elektroprojektleiter Installation und Sicherheit» sowie kalibrierte Messgeräte.Chantier
- Konventionalstrafe (GAV)Die Konventionalstrafe ist die Sanktion, die eine paritätische Kommission bei Verstössen gegen einen allgemeinverbindlichen GAV verhängt (z. B. Mindestlohn unterschritten, Zuschläge nicht bezahlt, keine Zeiterfassung); sie kommt zu Kontrollkosten und Nachzahlungen an die Mitarbeitenden hinzu.CCT
- Kostenvoranschlag / RichtpreisDer Kostenvoranschlag ist eine ungefähre Kostenschätzung ohne Preisgarantie; wird er unverhältnismässig überschritten, kann der Besteller vom Vertrag zurücktreten oder eine Preisminderung verlangen (Art. 375 OR) – die Praxis toleriert je nach Umständen rund 10 % Überschreitung.Devis & calcul
- Krankentaggeldversicherung (KTG)Die Krankentaggeldversicherung ersetzt bei Krankheit in der Regel 80 % des Lohns während bis zu 720 Tagen und ersetzt die gesetzliche Lohnfortzahlung; im Bau- und Ausbaugewerbe schreiben die GAV den Abschluss und die Prämienteilung zwischen Arbeitgeber und Mitarbeitenden vor.Vacances & fériés
- KurzarbeitKurzarbeit ist die vorübergehende Reduktion der Arbeitszeit bei Auftragsmangel aus wirtschaftlichen Gründen; die Arbeitslosenversicherung ersetzt 80 % des Verdienstausfalls (Kurzarbeitsentschädigung), sofern die Voraussetzungen erfüllt sind und die Mitarbeitenden zustimmen.Temps de travail
L
- Leistungsverzeichnis (LV)Das Leistungsverzeichnis ist die positionsweise Beschreibung der auszuführenden Arbeiten mit Mengen (Vorausmass), auf deren Basis Unternehmer Einheitspreise offerieren; Vorbemerkungen und Vollständigkeitsklauseln im LV verdienen besondere Aufmerksamkeit.Devis & calcul
- LohnausweisDer Lohnausweis ist die jährliche Bescheinigung des Arbeitgebers über Lohn, Zulagen, Spesen und Abzüge für die Steuererklärung; er ist für jede angestellte Person obligatorisch und folgt dem gesamtschweizerischen Formular der Steuerkonferenz.Salaire
- Lohnfortzahlung bei KrankheitBei unverschuldeter Arbeitsverhinderung (Krankheit, Unfall, Schwangerschaft) muss der Arbeitgeber den Lohn für eine beschränkte Zeit weiterzahlen: im ersten Dienstjahr drei Wochen, danach nach den Skalen der Gerichte (Basler, Berner, Zürcher Skala) – sofern kein GAV eine Krankentaggeldversicherung vorschreibt.Vacances & fériés
- LohnklasseDie Lohnklasse ist die GAV-Einstufung nach Ausbildung, Erfahrung und Funktion, die den Mindestlohn bestimmt – im LMV die Klassen C, B, A, Q und V (kombiniert mit den Lohnzonen rot/blau/grün), in den Ausbau-GAV eigene Kategorien wie EFZ-Stufen oder Werkmeister.Salaire
- LohnnebenkostenLohnnebenkosten sind die Arbeitgeberbeiträge auf dem Bruttolohn – AHV/IV/EO (5,3 %), ALV (1,1 %), Berufsunfall, BVG, Krankentaggeld, Familienausgleichskasse, Verwaltungskosten und im Bau die Parifonds-Beiträge; im Baugewerbe summieren sie sich typischerweise auf rund 20–25 % des Bruttolohns.Salaire
- Lohnzone (LMV)Die Lohnzonen des LMV – rot, blau und grün – teilen die Schweiz nach Lebenshaltungskosten in Regionen mit unterschiedlichen Basislöhnen ein; Zone rot (z. B. Zürich, Genf, Basel) hat die höchsten Ansätze.CCT
M
- MahnungDie Mahnung setzt den Schuldner in Verzug (Art. 102 OR), sofern kein fester Verfalltag vereinbart ist; üblich ist ein dreistufiges Vorgehen (Zahlungserinnerung, Mahnung mit Frist, letzte Mahnung mit Betreibungsandrohung), rechtlich nötig ist nur eine.Facture & paiement
- Mess- und Prüfprotokoll (MPP)Das MPP dokumentiert die Messergebnisse jeder Kontrolle (Isolationsmessung oder Differenzstrom, Kurzschlussstrom, RCD-Tests, Schutzorgane je Stromkreis) und ist Bestandteil des Sicherheitsnachweises; Pflicht bei Erstprüfung, Schluss-, Abnahme-, periodischer und Stichprobenkontrolle (Art. 13–14 VNIV).Chantier
N
- NachtarbeitNachtarbeit ist Arbeit zwischen 23 und 6 Uhr (verschiebbar auf 22–5 oder 24–7 Uhr); sie ist grundsätzlich verboten und nur mit Bewilligung zulässig – vorübergehende Nachtarbeit mit 25 % Lohnzuschlag, dauernde mit 10 % Zeitkompensation.Temps de travail
- Nachtrag (Nachtragsofferte)Ein Nachtrag ist die Vereinbarung über zusätzliche oder geänderte Leistungen samt Mehr- oder Minderpreis; unter SIA 118 hat der Unternehmer Mehrleistungen anzuzeigen und der Bauherr Bestellungsänderungen zu vergüten – ohne schriftlichen Nachtrag drohen unbezahlte Mehrkosten.Devis & calcul
- Netzbetreiber (VNB)Der Verteilnetzbetreiber betreibt das lokale Stromnetz: Er genehmigt TAG und Installationsanzeigen, liefert Zähler und Steuerapparate, nimmt Sicherheitsnachweise entgegen, fordert zur periodischen Kontrolle auf und steuert Verbraucher über Rundsteuerung (Beispiele: EKZ, BKW, CKW, ewz).Chantier
- NIN (Niederspannungs-Installations-Norm, SN 411000)Die NIN ist die schweizerische Installationsnorm (SN 411000, aktuelle Ausgabe 2025) mit den technischen Detailregeln – Schutzmassnahmen, Leitungsdimensionierung, Prüfumfang und Grenzwerte. Als anerkannte Regel der Technik ist sie über Art. 3 NIV verbindlich; die Norm selbst ist kostenpflichtig.Chantier
- NIV (Niederspannungs-Installationsverordnung)Die NIV (SR 734.27) regelt, wer elektrische Niederspannungsinstallationen erstellen und kontrollieren darf: Installations- und Kontrollbewilligungen, Meldepflichten an den Netzbetreiber, Schluss-, Abnahme- und periodische Kontrollen, Sicherheitsnachweis und Kontrollperioden (Anhang).Chantier
- NIV-Kontrolle (periodische Kontrolle)Die NIV verlangt für elektrische Niederspannungsinstallationen periodische Kontrollen durch unabhängige Kontrollorgane – die Intervalle (1 bis 20 Jahre) richten sich nach der Installationsart; Eigentümer müssen den Sicherheitsnachweis auf Verlangen des Netzbetreibers beibringen.Chantier
- NPK (Normpositionen-Katalog)Der NPK ist der standardisierte Positionskatalog des CRB für Bauleistungen: Er beschreibt Leistungen in normierten Positionen, damit Ausschreibungen und Offerten vergleichbar werden; die Katalogtexte sind lizenzpflichtig.Devis & calcul
P
- Parifonds Bau (Vollzugskostenbeitrag)Der Parifonds Bau finanziert Vollzug und Weiterbildung des LMV: Arbeitnehmende zahlen 0,7 %, Arbeitgeber 0,5 % des massgebenden Lohns (bis UVG-Maximum); Betriebe mit kantonalen Fonds in GE, NE, TI, VD und VS sind ausgenommen.Salaire
- Paritätische Kommission (PK / PBK)Eine paritätische Kommission ist das von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gemeinsam getragene Vollzugsorgan eines GAV; sie kontrolliert Betriebe, verhängt Konventionalstrafen und legt regionale Regelungen wie Feiertagslisten oder Arbeitszeitkalender fest.CCT
- PauschalpreisBeim Pauschal- oder Globalpreis schuldet der Besteller einen festen Betrag für das ganze Werk (Art. 373 OR) – Mengen-, Preis- und Effizienzrisiko liegen beim Unternehmer; eine Erhöhung ist nur bei ausserordentlichen, unvorhersehbaren Umständen möglich. Bestellungsänderungen bleiben als Nachträge vergütungspflichtig.Devis & calcul
- Periodische KontrolleDie periodische Kontrolle ist die wiederkehrende unabhängige Prüfung bestehender Installationen nach den Kontrollperioden des NIV-Anhangs (1 Jahr Baustellen, 5 Jahre u. a. Gastro/Schulen, 10 Jahre Büro/Landwirtschaft, 20 Jahre Wohnbauten); der Netzbetreiber fordert 6 Monate vor Ablauf zur Einreichung des Sicherheitsnachweises auf.Chantier
- PikettzulageDie Pikettzulage ist die Entschädigung für die blosse Bereitschaft (Erreichbarkeit) im Pikettdienst; sie ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber in den meisten GAV und Arbeitsverträgen als Pauschale pro Tag oder Woche geregelt – der eigentliche Einsatz wird zusätzlich als Arbeitszeit mit Zuschlägen bezahlt.Temps de travail
- PSA (Persönliche Schutzausrüstung)Die persönliche Schutzausrüstung – Helm, Sicherheitsschuhe, Gehör-, Augen- und Absturzschutz – muss der Arbeitgeber bereitstellen und deren Tragen durchsetzen; die Kosten trägt der Betrieb, das Anlegen im Betrieb zählt als Arbeitszeit.Chantier
R
- Rapport de travailLe rapport documente par jour et par chantier les heures, travaux et matériaux ; il fonde le salaire, la facturation et le calcul a posteriori.Chantier
- RegieansatzDer Regieansatz ist der pro Regiestunde verrechnete Stundensatz je Qualifikation (z. B. Monteur, Vorarbeiter, Lehrling); Verbände publizieren Empfehlungen, verbindlich wird der Ansatz erst durch Offerte oder Vertrag.Devis & calcul
- ReisezeitReisezeit ist die Fahrt vom Werkhof, Magazin oder Sammelplatz zur Baustelle und zurück; sie gilt als Arbeitszeit, weil die Mitarbeitenden dabei zur Verfügung des Arbeitgebers stehen.Temps de travail
- RichtpreisDer Richtpreis ist eine unverbindliche Kostenorientierung ohne Bindungswirkung – abgerechnet wird nach Aufwand (Art. 374 OR). Damit er nicht als Kostenvoranschlag mit Toleranz gilt, muss er ausdrücklich als «unverbindlicher Richtpreis» deklariert werden; ideal kombiniert mit einem Kostendach.Devis & calcul
- Rückbehalt (Garantierückbehalt)Der Rückbehalt ist der Teil des Werklohns (nach SIA 118 in der Regel 10 % der Abschlagszahlungen, maximal 2 % der Vertragssumme als Sicherheit nach Abnahme), den der Bauherr bis zur Abnahme bzw. gegen Garantieschein zurückhalten darf.Facture & paiement
- Rundsteuerung / SperrzeitenÜber Rundsteuerung schaltet der Netzbetreiber steuerbare Verbraucher (Boiler, Wärmepumpen, Ladestationen) zeitweise ab oder frei; die Sperrzeiten stehen in den Werkvorschriften. Grundlage sind die Flexibilitäts-Bestimmungen von Art. 17b/17c StromVG – gegen Steuergerät und garantierte Nutzung gibt es kein Opt-out.Chantier
S
- Saisie du temps de travailLa saisie du temps de travail est la documentation obligatoire du temps de travail effectué par collaborateur (début, fin, pauses dès 30 minutes, travail supplémentaire, jours de repos), à conserver cinq ans.Temps de travail
- Salaire minimumLe salaire minimum est la rémunération la plus basse admissible – soit selon la CCT de la branche, soit selon le droit cantonal (2026 : GE 24.59, BS 22.20, JU 21.40, NE 21.35, TI 20.00–20.50 CHF/h).Salaire
- SchlusskontrolleDie betriebsinterne Schlusskontrolle prüft die Installation vor der Übergabe an den Eigentümer und wird von einer fachkundigen oder kontrollberechtigten Person des ausführenden Betriebs durchgeführt (Art. 24 Abs. 2 NIV); ihre Ergebnisse fliessen in den Sicherheitsnachweis.Chantier
- SchlussrechnungDie Schlussrechnung stellt nach Abschluss der Arbeiten die Gesamtleistung dar (Ausmass, Regie, Nachträge) abzüglich geleisteter Akontozahlungen; mit ihrer Anerkennung beginnt unter SIA 118 die Prüf- und Zahlungsfrist des Bauherrn.Facture & paiement
- Schwarzarbeit (BGSA)Schwarzarbeit im Sinne des BGSA ist die Beschäftigung ohne Anmeldung bei Sozialversicherungen und Quellensteuer oder ohne Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung; kantonale Kontrollorgane prüfen Baustellen, Verstösse führen zu Bussen und zum Ausschluss von öffentlichen Aufträgen für bis zu fünf Jahre.CCT
- Service de piquetLe service de piquet est la disponibilité pour des interventions en dehors de l’horaire normal ; le piquet hors entreprise n’est pas du temps de travail, l’intervention avec le trajet en est.Temps de travail
- SIA-Norm 118Die SIA 118 («Allgemeine Bedingungen für Bauarbeiten») ist das Standard-Vertragswerk des Schweizer Bauwesens; sie gilt nur, wenn die Parteien sie vereinbaren, und regelt dann u. a. Abschlagszahlungen, Abnahme, zweijährige Rügefrist und fünfjährige Verjährung günstiger als das OR.Contrat & droit
- Sicherheitsnachweis (SiNa)Der Sicherheitsnachweis bestätigt, dass eine Elektroinstallation den Sicherheitsanforderungen der NIV entspricht; er wird nach Neuinstallationen, Änderungen und periodischen Kontrollen erstellt und dem Netzbetreiber bzw. Eigentümer abgegeben.Chantier
- SkontoSkonto ist ein Preisnachlass für Zahlung innert kurzer Frist (üblich 2 % bei 10 Tagen); im Bauwesen ist er nur geschuldet, wenn er vertraglich vereinbart wurde – einseitig abgezogener Skonto darf zurückgefordert werden.Facture & paiement
- Solidarhaftung (Erstunternehmerhaftung)Im Bauhaupt- und Baunebengewerbe haftet der Erstunternehmer zivilrechtlich für die Nichteinhaltung der Netto-Mindestlöhne und Arbeitsbedingungen durch seine Subunternehmer – ausser er weist nach, die gebotene Sorgfalt bei der Vergabe angewendet zu haben (Art. 5 EntsG).Contrat & droit
- SonntagsarbeitSonntagsarbeit ist Arbeit zwischen Samstag 23 Uhr und Sonntag 23 Uhr; sie ist bewilligungspflichtig, vorübergehende Sonntagsarbeit wird mit 50 % Lohnzuschlag entschädigt und Sonntagsarbeit bis 5 Stunden ist durch Freizeit auszugleichen.Temps de travail
- SpesenSpesen sind der Ersatz effektiver Auslagen im Arbeitsverhältnis (Verpflegung, Fahrzeug, Übernachtung) nach Art. 327a OR; die Bau-GAV beziffern Mindestansätze (z. B. Mittagsentschädigung CHF 16–18, Kilometergeld CHF 0.60–0.70). Echte Spesen sind AHV-frei und kein Lohnbestandteil.Salaire
- SubunternehmerDer Subunternehmer führt im Auftrag des Hauptunternehmers Teile des Werks aus; der Hauptunternehmer bleibt dem Bauherrn für das ganze Werk verantwortlich und haftet solidarisch dafür, dass der Subunternehmer die GAV-Mindestbedingungen einhält.Contrat & droit
- SuvaDie Suva ist die grösste Unfallversicherung der Schweiz und für Bau- und Handwerksbetriebe in der Regel obligatorisch zuständig (Berufs- und Nichtberufsunfälle); zugleich beaufsichtigt sie die Arbeitssicherheit auf Baustellen und kann Prämien risikoabhängig erhöhen.Chantier
T
- TagesarbeitTagesarbeit ist die Arbeit zwischen 6 und 20 Uhr; zusammen mit der Abendarbeit (20–23 Uhr) bildet sie das bewilligungsfreie 17-Stunden-Fenster, das der Betrieb mit Zustimmung der Mitarbeitenden um eine Stunde verschieben darf (z. B. 5–22 Uhr).Temps de travail
- Tägliche RuhezeitDie tägliche Ruhezeit ist die zusammenhängende Freizeit zwischen zwei Arbeitstagen von mindestens 11 Stunden; sie darf einmal pro Woche auf 8 Stunden verkürzt werden, wenn der Durchschnitt über zwei Wochen 11 Stunden bleibt.Temps de travail
- Taux horaire facturéLe taux horaire facturé est le prix à facturer par heure productive pour couvrir salaire, charges, frais généraux et bénéfice.Devis & calcul
- Technisches Anschlussgesuch (TAG)Das TAG ist die der Installationsanzeige vorgelagerte technische Vorprüfung durch den Netzbetreiber – Pflicht für Energieerzeugungsanlagen, Speicher, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur und Geräte mit Netzrückwirkungen (WV-CH 2025, Ziff. 2.2). Es verfällt nach 6 Monaten, wenn keine IA folgt.Chantier
- Temps de trajetLe temps de trajet entre le domicile et le lieu de travail habituel n’est pas du temps de travail ; si le travail doit être effectué ailleurs, le temps excédant le trajet normal compte comme temps de travail.Temps de travail
- Temps de travailLe temps de travail est le temps pendant lequel le travailleur doit se tenir à la disposition de l’employeur – qu’il travaille, attende ou se déplace vers le chantier.Temps de travail
- Temps de travail annuelLe temps de travail annuel est un modèle dans lequel la durée du travail est fixée pour l’année (2112 heures dans la CN) et répartie de manière variable sur les semaines via un calendrier de travail.Temps de travail
- Travail supplémentaire (heures de travail supplémentaire)Le travail supplémentaire dépasse la durée maximale légale (45 ou 50 heures par semaine) ; il est limité à 2 heures par jour et 140/170 heures par an et doit être compensé par un supplément de 25 % ou un congé dans les 14 semaines.Temps de travail
- Travaux en régieLes travaux en régie sont facturés selon les heures et le matériel effectifs, et non au forfait ; ils supposent un rapport de régie signé.Devis & calcul
V
- Vereinfachte ZeiterfassungBei der vereinfachten Zeiterfassung wird nur die tägliche Gesamtdauer der Arbeit erfasst, nicht deren Lage – zulässig nur für Mitarbeitende, die ihre Arbeitszeit zu einem namhaften Teil selbst festlegen, und auf Basis einer Vereinbarung.Temps de travail
- Verjährung der HandwerkerrechnungForderungen aus Handwerksarbeit verjähren in fünf Jahren (Art. 128 Ziff. 3 OR); die Verjährung wird durch Betreibung, Klage oder Schuldanerkennung unterbrochen – eine blosse Mahnung genügt nicht.Facture & paiement
- Vorholzeit / NachholzeitVorholzeit ist ein positiver Saldo auf dem Zeitkonto (mehr gearbeitet als der Arbeitszeitkalender vorsieht), Nachholzeit ein negativer; beide werden im Jahresarbeitszeitmodell über das Jahr ausgeglichen, bis die GAV-Grenzen für Auszahlung oder Zuschlag erreicht sind.Temps de travail
Z
- ZahlungsfristDie Zahlungsfrist ist die vereinbarte Frist zur Begleichung der Rechnung – üblich sind 30 Tage netto; unter SIA 118 gelten für Abschlagszahlungen und die geprüfte Schlussabrechnung eigene Fristen, nach deren Ablauf ohne weitere Mahnung Verzug eintreten kann.Facture & paiement
- ZeitkontoDas Zeitkonto zeigt pro Mitarbeitenden die Differenz zwischen Kalender-Soll und geleisteter Ist-Zeit; ein positiver Saldo ist Vorholzeit, ein negativer Nachholzeit.Temps de travail
- ZnünipauseDie Znünipause ist die kurze Vormittagspause auf der Baustelle (meist 15 Minuten); gesetzlich ist sie nur bezahlt, wenn die Mitarbeitenden den Arbeitsplatz nicht verlassen dürfen – ob sie darüber hinaus bezahlt wird, regeln GAV, regionale Vereinbarung oder Betriebsübung.Temps de travail

